Hochzeitsbräuche - was bringt wirklich Eheglück?

Blechdosen am Hochzeitsauto

Etwas Altes, etwas Neues, etwas Blaues und etwas Geliehenes: Das sind die vier Dinge, die jede Braut an ihrem Hochzeitstag tragen soll, damit die neue Ehe eine glückliche wird. Fehlt einer dieser Gegenstände bei der Hochzeit, hat dies schon des Öfteren für eine leichte Panik unter den Brautleuten gesorgt. Denn so wenig wir an Hokuspokus im Alltag glauben, am Hochzeitstag gehen viele doch lieber auf Nummer sicher. Denn man kann ja nie wissen: Vielleicht ist ja doch etwas dran an Spuk und Magie rund um alte Hochzeitsbräuche. Aber keine Panik: Wenn Ihnen einer der oben genannten Glücksbringer am Hochzeitstag fehlen sollte, so gibt es noch etliche andere magische Bräuche, Handlungen und Gegenstände, die reichlich Glück in die Ehe bringen, wenn man sich an sie hält. Die Chancen auf reichlich Kindersegen, Wohlstand und Gesundheit in der Ehe stehen also prinzipiell sehr gut.

Der verbotene Blick ins Ankleidezimmer

Auf der Suche nach Hochzeitsbräuchen blicken wir zunächst einmal etwas unverschämt ins Ankleidezimmer der Braut. Oder doch lieber nicht – zumindest nicht als Bräutigam und nicht vor der Hochzeit. Denn dort zieht die Braut sich gerade ihr Hochzeitskleid an und achtet dabei sehr genau darauf, dass ihr Zukünftiger sie mit dem Kleid auf keinen Fall schon vor dem Kirchentermin zu sehen bekommt. Das nämlich kann böse Dämonen heraufbeschwören. Am Hochzeitstag gilt für den Bräutigam vor der Trauung also nicht nur „Augen zu und durch“, sondern generell besser „Augen zu“.

Selber genäht hält schlechter

Ein weiterer Brauch, der das Hochzeitskleid betrifft: Die Braut sollte das prachtvolle Kleid auf gar keinen Fall selbst genäht haben. Denn jeder eigens gemachte Nadelstich in den Stoff bringt Tränen und Unglück und birgt das Risiko einer Ehe mit geringem Haltbarkeitsdatum. Dieser alte Hochzeitsbrauch stammt noch aus der Zeit, als der Bräutigam das Hochzeitskleid bezahlen musste. Konnte er sich den Schneider nicht leisten, weil er zu arm war, musste die Verlobte ran an den Stoff und selbst zu Nadel und Faden greifen. Immer wenn die Braut das Kleid also selbst genäht hatte, war dies ein Zeichen von Armut in der Ehe, was das eheliche Zusammenleben natürlich nie leicht gestaltete.

Auch Geister lassen sich täuschen

Ein weiterer Hochzeitsbrauch, der die Kleidung betrifft: Um den Dämonen und bösen Geistern am Hochzeitstag ein Schnippchen zu schlagen, sollen sich die Brautleute eines gerissenen Tricks bedienen und dafür sorgen, dass die Brautjungfern und die Begleiter des Bräutigams ähnlich gekleidet sind wie sie selbst. Das nämlich stiftet unter den Dämonen totale Verwirrung und plötzlich wissen sie nicht mehr, wen sie befallen und piesacken sollen. Mit verdutzten Grimassen heißt es dann tatenlos zusehen, wie sich die echten Brautleute sicher getarnt im Pulk ihrer „Doppelgänger“ das Ja-Wort geben. Pech gehabt, ihr Geister! Das Unglück Stiften muss diesmal leider ausfallen.

Lenken und lenken lassen – Männer und ihre Hochzeitsautos

Was für die Frauen ihre Kleider sind, ist für den Mann sein Automobil. Dementsprechend gibt es auch einen Hochzeitsbrauch, der Bräutigam und Hochzeitsauto betrifft. Denn fahren sollte der Ehegatte das Hochzeitsauto am Hochzeitstag auf keinen Fall selbst. So schön und verlockend der Hochzeits-Oldtimer oder -Rennwagen auch aussehen mag: Es bringt Unglück, wenn der Bräutigam sich ans Steuer setzt. Helfen können da höchstens noch die vielen Blechdosen, die nach einem anderen Brauch an der hinteren Stoßstange des Wagens befestigt werden sollten, damit sie beim Fahren einen Höllenlärm verursachen, der den Dämonen so richtig die Ohren klingeln lässt und sie so vertreibt. Auf der ganz sicheren Seite ist man vor allem dann, wenn man sich als Ehepaar chauffieren lässt. So erzürnt der Bräutigam die bösen Geister nicht, er kann in Ruhe die Fahrt genießen und dann auch schon mal Kräfte sammeln, um die Braut später über die Schwelle des gemeinsamen Heimes zu tragen, wie es ein weiterer Brauch vorsieht.

Hoher Preis, hoher Fleiß – Hochzeitsschuhe in Cents bezahlen

Trägt der Bräutigam die Braut auf Händen über die Schwelle, beschützt er sie laut Brauch vor bösen Geistern, die unter der Türschwelle lauern könnten. Zugleich aber dürfte es der Braut auch aus einem anderen Grund sehr recht sein. Denn die Braut, die Wert auf Hochzeitsbräuche legt, hat den ganzen Tag über schon ein kleines Geldstück im Schuh versteckt, das natürlich irgendwann zu drücken beginnt. Das Geldstück im Schuh soll der Ehe Wohlstand bescheren. Um die Chance dafür noch zusätzlich zu erhöhen und um gleichzeitig auch die eigene Tüchtigkeit im Haushalt unter Beweis zu stellen, hat die Braut zuvor ihre Brautschuhe zum Entsetzen des Schuhverkäufers in Cent-Stücken bezahlt. Dieser Hochzeitsbrauch stammt noch aus der Zeit, in der die Braut ihre Schuhe selbst bezahlen musste, und symbolisiert das mühsame Sparen auf das teure Paar Schuhe und gleichzeitig den Fleiß der Ehefrau. Je teurer das Paar Brautschuhe also war, desto mehr Fleiß wurde der künftigen Ehefrau nachgesagt. Für den Ehemann, der bei seiner Zukünftigen Wert auf Fleiß und Sparsamkeit legt, bedeutet das also: ruhig mal einen Blick ins Portemonnaie der Angebeteten werfen. Große Scheine sind hier völlig uninteressant. Aber wenn sie viele Cent-Stücke darin aufbewahrt, dann hat sie beim Hochzeitsbräuche-affinen Bräutigam sicherlich schon mal einen dicken Fleißpunkt sammeln können.

  

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